Einblicke in ein vielseitiges Bildungssystem
Im Rahmen des Erasmus+ Programms hatten wir, Claudia Ehl und Ute Biermann-Römke, vom 2. bis 6. März 2026 die Gelegenheit zu einem Job Shadowing an der Groupe Saint Bénigne in Dijon. Der Schulkomplex vereint mehrere Bildungsgänge unter einem Dach: eine Hotelfachschule, ein allgemeinbildendes Gymnasium, ein berufliches Gymnasium mit Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung sowie eine Fachhochschule für Tourismus.

Die Groupe Saint Bénigne ist ein privates katholisches Bildungszentrum mit staatlicher Anerkennung und trägt den Status einer Europaschule. Besonders beeindruckend ist die offene und inklusive Haltung der Schule: Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Religionen und Hintergründe lernen hier gemeinsam. Auch junge Menschen mit Lernschwierigkeiten oder persönlichen Herausforderungen werden gezielt unterstützt.
Ergänzt wird das Angebot durch ein Internat, das vielen Lernenden einen strukturierten schulischen Alltag ermöglicht.
Von Beginn an wurden wir sehr herzlich empfangen. Die jeweiligen Direktoren der einzelnen Schulformen sowie die Koordinatorin für internationale Projekte, Nathalie Mathieu, nahmen sich viel Zeit, um uns die Schule, ihre Konzepte und ihren Alltag vorzustellen.
Ein besonderes Highlight war die Hotelfachschule, die über vier große Lehrküchen verfügt. Im schuleigenen Restaurant bereiten die Schülerinnen und Schüler täglich ein frisch zubereitetes Drei-Gänge-Menü zu, das auch für Gäste außerhalb der Schule geöffnet ist. Während unseres Aufenthalts durften wir zweimal – auf Einladung der Schule – diese besondere Form der praxisnahen Ausbildung erleben.
Ebenfalls bemerkenswert ist die schulinterne Boutique, die von den Schülerinnen und Schülern selbst organisiert und betrieben wird. Dort werden regionale Produkte aus dem Burgund angeboten, darunter handwerkliche Erzeugnisse, Wein, Honig, Senf, Naturkosmetik und Schmuck. Die Boutique verbindet praxisnahes Lernen mit regionaler Wertschöpfung.
Interessant war auch der Blick auf das Zusammenspiel von Tradition und Gegenwart im laizistischen Frankreich. Trotz der klaren Trennung von Staat und Religion gibt es an der Schule eine Schulseelsorgerin, deren Büro sich direkt neben der Pausenhalle befindet. Sie steht allen Schülerinnen und Schülern als Ansprechpartnerin für persönliche Fragen zur Verfügung. Zudem erhalten alle Klassen Unterricht im Fach „Allgemeine religiöse Fragen“, der auch die Geschichte der Schulgründung durch die Ordensschwestern des Heiligen Benedikt thematisiert.
Neben den schulischen Einblicken lernten wir auch die Stadt Dijon, die Hauptstadt der Region Burgund, näher kennen. Besonders interessant ist, dass Burgund Partnerregion von Rheinland-Pfalz ist. Zum Abschluss unseres Aufenthalts führte uns eine Studentin der Tourismus-Fachhochschule auf Deutsch durch die historische Altstadt und vermittelte spannende Eindrücke von Geschichte, Kultur und regionaler Identität.
Der Austausch bot wertvolle Einblicke in das französische Bildungssystem und zahlreiche Anregungen für die weitere internationale Zusammenarbeit.
Weitere Impressionen aus Dijon:

































