Berufsfachschülerinnen der BBS des Landkreises auf den Spuren der Römer in Nimes
Bad Neuenahr, Nimes. „Panem et Circenses“ („Brot und Spiele“), ist eine berühmte Redewendung, die auf den römischen Dichter Juvenal zurückgeht. Sie beschreibt eine politische Strategie, das Volk durch kostenlose Nahrungsmittel und spektakuläre Unterhaltung ruhigzustellen und von politischen Missständen abzulenken. So weit , so Wikipedia. Ein Schelm wer böses dabei denkt und wem vergleichbare Denkmuster nicht bekannt vorkommen. Man denke etwa an manche Olympische Spiele der Neuzeit oder Fußballweltmeisterschaften in autoritären bzw. totalitären Staaten. Dass dies Taktik alles andere als neu ist, sondern sich einer mindestens 2000 Jahre alten Tradition „erfreut“, zeigen die steinernen Vermächtnisse der „alten Römer“. Sie bedienten sich dieser Taktik und ließen überall im römischen reich Amphitheater bauen. Das bekannteste und beeindruckendste unter ihnen ist sicherlich das Kolosseum in Rom. Dahinter folgen unter anderem die Arenen in Verona, Pula oder Arles. Nahezu perfekt erhalten vermitteln sie einen tiefen Eindruck vom Herrschaftsanspruch Roms und den Mitteln, mit denen die Römer bereits vor 2000 Jahren versuchte diesen zu demonstrieren und durchzusetzen. Zu den „Top Five“ der römischen Amphitheater zählt auch die Arena von Nimes.
Im Süden Frankreichs gelegen, gilt sie als eines der am besten erhaltene römischen Amphitheater der Welt.
Das Bauwerk misst 133 Meter in der Länge, 101 Meter in der Breite und bot in der Antike auf 34 Sitzreihen Platz für rund 24.000 Zuschauer. Das gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. erbaute Monument zeugt von der meisterhaften Ingenieurskunst römischer Baumeister und wird auch heute noch für Großveranstaltungen genutzt. So finden jedes Jahr „Gladiatorenkämpfe“ in der Arena statt, ebenso, Rock-, Pop-und klassische Konzerte, sowie Opernaufführungen.
Von der Einzigartigkeit dieses „kulturellen Hotspots“, konnten sich auch die BF2 - Schüler*innen der BBS des Landkreises mit ihren Lehrer*innen überzeugen. Denn Nimes und seine Arena waren ein erstes Highlight der fünftägigen Klassenfahrt nach Südfrankreich. Aufgrund der Unterstützung des Fördervereins der BBS blieb es nicht bei einer kurzen Besichtigung von außen. Nein! Nach einführenden Worten ihrer Lehrer konnten die Schüler*innen auf eigene Faust den Innenraum der Arena erkunden, in die Katakomben hinab- und auf die Tribünen hinaufsteigen. Die Schüler*innen zeigten sich beeindruckt von der einzigartigen Kulisse, kannten sie vergleichbare „Venues“ doch höchstens aus Blockbustern des Hollywoodkinos.
Ohne die Unterstützung des Fördervereins wäre die Besichtigung wegen mangelnder finanzieller Ressourcen nicht möglich gewesen. Dessen sind sich alle an der Klassenfahrt Beteiligten bewusst.
Dank der großzügigen Spende jedoch wurde das Unmögliche möglich: Die Metamorphose vom „normalen Berufsfachschüler“ zum Gladiator Roms.
Michael Sauer-Beus für BBS Pressedienst
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