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Krieg. Flucht. Todesangst.

– Eberhard Schimansky (82) erzählt Schülern des Beruflichen Gymnasiums von seiner verlorenen Kindheit.

zeitzeuge 18 klasse

Krieg. Flucht. Todesangst. Diese drei Wörter, sind Wörter die ein Leben verändern können.
Ihre Bedeutung kann des Menschen Hölle sein. Aus unserer Sicht sind es nur Wörter, mit denen wir bisher noch nie wirklich konfrontiert wurden. Natürlich kennt jeder Angst. Aber auch Todesangst?
Natürlich weiß jeder, was Krieg bedeutet. Aber auch wie es ist im Krieg aufzuwachsen?
Natürlich kennt jeder das Wort Flucht. Aber auch das Gefühl flüchten zu müssen?

Eberhard Schimansky, selbst ein Flüchtling zu Hitlers Zeiten, hat versucht, dem Deutsch-Leistungskurs der Stufe BGym17 von Frau Sander am 12.09.2018 sein Leben als damals 9-Jähriger Flüchtling näher zu bringen.

1939, das Jahr, in dem der 2. Weltkrieg ausbricht.
Millionen von Leuten auf der Flucht.
Unzählige Verwundete und Tote.
Eberhard Schimansky mittendrin.

Als damals 9-Jähriger Junge mit 3 Geschwistern und ihrer Mutter,
flüchtete Schimansky von Kreuzburg (ehemals Oberschlesien) nach Fulda.
Mit vielen eindrucksvollen Bildern und Karten zeigte Eberhard Schimansky den Schülern seinen langen Weg, den er zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern zurücklegte.
Teils mit dem Zug, teils zu Fuß.
400 km musste er mit seiner Familie zu Fuß zurücklegen. Aber seine Flucht war noch lange nicht zu Ende. Von Dorf zu Dorf getrieben, wollte sie niemand aufnehmen.
Aber sie haben sich durchgekämpft, ganze zwei Jahre lang - nur auf der Flucht.
Zwei Jahre lang in Todesangst leben.
Zwei Jahre lang jeden Tag mit Krieg und dessen Auswirkungen konfrontiert werden.
Zwei Jahre lang immer nur auf der Flucht, ohne jegliches Gefühl der Geborgenheit.

Aber der Mut zum Weitermachen wurde nie schwächer.
Seine „starke Mutter“, die mit vier kleinen Kindern alleine von Polen nach Deutschland floh, ist Schimanskys größtes Vorbild.
Während seines Vortrags betonte er die Stärke und Tapferkeit seiner Mutter immer wieder. Seine Mutter, die ohne jegliche Unterstützung vier Kinder sicher von Land zu Land gebracht hat, ohne Ehemann.
Der Vater von Eberhard Schimansky ist Zöllner gewesen, der nach dem Überfall auf Polen nach Peenemünde / Usedom versetzt wurde und schließlich in der Schlacht von  Stalingrad gefallen ist.
Nie hat Schimansky seinen Vater kennengelernt.
Nur aus Erzählungen konnte er sich ein Bild von seinem Vater bilden.

Ein Kämpfer, so kann man Eberhard Schimansky zu Recht bezeichnen. Auch heute noch.

Er erzählte dem Kurs, wie er selbst sein Leben lang zu kämpfen hatte, mit dem Geschehenen klar zu kommen und wie der Krieg sein Leben verändert hat.
Er erzählte, wie er sein Leben nach dem Motto lebt: „Nie aufgeben!“

Die Schüler des Deutsch Leistungskurses waren fasziniert, erschüttert und traurig zugleich.
Fasziniert, wie ein Mensch so offen über das Geschehene sprechen kann.
Erschüttert und traurig, wie Eberhard Schimansky und Millionen von Kindern im Zweiten Weltkrieg aufwachsen mussten, ohne Schule, ohne Sicherheit und ohne Heimat – als ständigen Begleiter Hunger und Angst.
„Aber wir Menschen haben nicht dazu gelernt“, so Eberhard Schimansky.
Zum Leidwesen von Millionen Flüchtlingen, welche auch heutzutage ihre Heimat verlassen müssen und in Todesangst vor dem Krieg flüchten.

Der Deutsch LK der Stufe BGym17 des Beruflichen Gymnasiums bedankt sich herzlich bei Eberhard Schimansky, dass er so viel Mut besitzt und uns und vielen anderen Schülern seine Geschichte erzählt, uns unsere Fragen ohne Zögern beantwortet hat und uns die Kriegszeit näher gebracht hat.
Vielen Dank!
Aber auch ein herzliches Dankeschön an Frau Sander, die unserer Klasse das Treffen mit Herr Schimansky ermöglicht hat.

Text: Katharina Braun, Schülerin des Beruflichen Gymnasiums, BGym 17

 

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Schulleiterin Gundi Kontakis (links) und Anja Sander bedanken sich bei Zeitzeuge Eberhard Schimansky.

 

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