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„Gert“ lässt Junge altern

Die Anschaffung eines „Altersanzugs“ für die Abteilung „Altenpflege“ ermöglicht Schülern eine lebensnähere Ausbildung

Tempus fugit. Die Zeit flieht. Wie die Lateiner zu sagen pflegten. Und die Lateiner hatten zweifelsohne Recht.
Wenn sich schon der Autor dieser Zeilen kurz vor seinem fünfzigsten Wiegenfeste dieser Erkenntnis nicht mehr verschließen kann, dann wird diese um so dringlicher, je älter man wird.

gert coll

Die Knochen tun weh, der Rücken ächzt, Sehkraft und Hörvermögen schwinden, unter Umständen wird man auch gedanklich langsamer. Dass derartige Symptome nicht jeden Menschen in gleichem Maße treffen ist klar. Und dennoch: Auch der fitteste 85-jährige wird sich in seinem Leben schon mal beweglicher und gesünder gefühlt haben. Was aber, wenn einem jede Bewegung zur Qual wird? Wenn man das Gefühl hat, der Schwerkraft gleichsam hilflos ausgeliefert zu sein? Was macht das mit einem Menschen?

Fragen, die zu beantworten Menschen „in der Mitte ihres Lebens“ nicht leicht fallen dürfte. Und dennoch: Insbesondere im Bereich der Pflege älterer, alter und gebrechlicher Menschen ist es zweifelsohne von Vorteil zumindest eine Ahnung davon zu erlangen, wie sich Alter und die damit einhergehenden Einschränkungen der Mobilität konkret auf den Menschen auswirken.
Doch wie soll das gehen? Die Antwort auf diese Frage lautet an der BBS des Landkreises: Gert! Gert (GERonTologischer Simulator), so heißt der Altersanzug, den sie im Fachbereich Altenpflege seit einigen Wochen ihr eigen nennen.
„Durch ihn können unterschiedliche altersbedingte Einschränkungen simuliert werden, so z.B. die schwächer werdende Muskulatur, eingeschränktes Hör- und Sehvermögen und eingeschränkte Beweglichkeit.“ so StRin. Dr. Henrike Sappok-Laue, die an der BBS die angehenden Pflegekräfte unterrichtet und die die Anschaffung des Altersanzugs ebenso befürwortet hat, wie die übrigen in diesem Bereich eingesetzten Lehrkräfte. Die Resonanz auf Seiten der Schülerinnen und Schüler gibt diesem Ansinnen Recht, zumal, durch die Hilfe des Fördervereins der BBS und durch zahlreiche externe Sponsoren, auch zwei Erweiterungstools angeschafft werden konnten. Während mit Hilfe des sog. Tremor-Simulators das bei bestimmten Erkrankungen, z.B. Parkinson, typische Zittern simuliert wird, kann ein Hemiparese-Simulator die Folgen eines Schlaganfalls mit typischer, halbseitiger Lähmung simulieren.
Es oblag den angehenden Altenpflegerinnen und Altenpflegern sich mit dem Altersanzug als erste vertraut zu machen, will sagen: Gert zu testen. Die folgenden O-Töne sprechen Bände:
Benjamin: „Es war sehr anstrengend. Beim Aufheben von Gegenständen habe ich mich traurig gefühlt, weil es so schwer war. Ich wäre fast hingefallen. Man wird schnell müde – ich konnte nicht richtig gehen, sondern konnte nur viele kleine Schritte machen.“
Isabelle: „Das unkontrollierbare Zittern hat mich sehr verunsichert. Ich kann jetzt viel besser verstehen, dass die alten Menschen das nicht absichtlich machen!“
Lea: „Meine Füße waren wegen der Gewichte sehr schwer und ich hatte Schwierigkeiten, sie zu heben. Jetzt kann ich mir besser vorstellen, warum alte Menschen eher sturzgefährdet sind als junge.“
„Schon jetzt zeigt sich, dass der Anzug eine sinnvolle Investition ist“, so Daniel Schlich, der die Finanzierung des Anzugs als Vorsitzender des Fördervereins maßgeblich befürwortet hat. Und der, nach der Selbsterprobung des Anzuges, nicht nur den übrigen Sponsoren seinen herzlichen Dank ausspricht, sondern sich einer Erkenntnis nicht mehr verschließen kann: „Alt werden ist kein Zucker Schlecken.“ Sappok-Laue weiß das aus ihrem beruflichen Alltag nur zu gut.

Michael Sauer-Beus für BBS Pressedienst

 

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3. Auflage, Februar 2019

 

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