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Interkulturelles Lernen

Wer bin ich, was macht meine Identität aus, was sind meine Werte, welches deine, worin gleichen wir uns in unserer Wertvorstellung, worin unterscheiden wir uns, wie kommen wir zur Vereinbarungen?

 

Vom 06.03. bis zum 08.03.2018 besuchten Schülerinnen und Schüler der Klassen BVJ.S17a und BGYM.T17b unter der Leitung von Herrn Spriewald und Frau Wein-Miller die Europäische Kommission sowie das Verteidigungsministerium in Bonn. Das Thema der Projektwoche fokussierte ein wesentliches Bildungsziel, weil es perfekt auf die beiden Zielgruppen zugeschnitten war und an unserer Schule einen wertvollen Beitrag zur Begegnung mit den Geflüchteten und deren Integration leistete.

 

bonn gruppe

 

Am Dienstag, den 06.03.2018 ging es in der Europäischen Kommission zunächst um das Thema „Identitäten“: „Wer bin ich, was macht meine Identität aus, was sind meine Werte, welches deine, worin gleichen wir uns in unserer Wertvorstellung, worin unterscheiden wir uns, wie kommen wir zur Vereinbarungen?“ Die beiden YEPs, Young European Professionals, Stefan Heinemann und Svenja Gümpel, bereiteten einen sehr interessanten, unterhaltsamen und kurzweiligen Workshop vor, der die Begegnungen der Schülerinnen und Schüler untereinander sowie deren Sensibilisierung für das „Projekt Europa“ thematisierte.

Nach der Begrüßung wurden die Schüler beider Klassen vermischt, indem sie zufällig unterschiedlichen europäischen Ländern zugeordnet wurden. Es folgten einige kurze ice breaker, um daraufhin erste Meinungen und Ansichten im „Eurothermometer“ zu : „Findest du Europa wichtig?“, „Fühlst du dich als Europäer?“, „Wie findest du den Euro?“, „Wie denkst du über die Zukunft Europas?“. Bereits in dieser Phase wurde deutlich, ob und wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler mit „Europa“ auseinander setzen und sie sich nicht nur als deutsche Bürger und Immigranten, sondern eben auch als europäische Bürgerinnen und Bürger sehen. Danach ging es weiter mit einer spannenden „Werteversteigerung“, bei der europäische Werte wie Freiheit, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Solidarität oder Demokratie von Kleingruppen mit einer begrenzten Anzahl an Bonbons „ersteigert“ werden sollten. Es wurde teilweise intensiv über die Bedeutung und den „Preis“ eines Werts nachgedacht und diskutiert, um dann bei der Versteigerung wiederum den Preis gewollt und nicht gewollt nach oben zu treiben: Die Gespräche und der Austausch untereinander waren lebendig!
In der folgenden Phase lernten die Schülerinnen und Schüler in einem videogestützten Vortrag die wichtigsten Institutionen Europas und deren unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen kennen. Europäische Kommission, Rat der EU, Europäischer Rat, Europäischer Gerichtshof – am Ende wussten alle Schüler Bescheid!
Es folgte eine weitere, abwechslungsreiche Kleingruppenarbeit, bei der die verschiedenen, zuvor „ersteigerten“ Werte auf Plakaten in kreativer und teilweise künstlerischer Art und Weise definiert und inhaltlich vertieft beschrieben wurden, um sie anschließend in einer „Wertegalerie“ den anderen Teilnehmern zu präsentieren. Gerade in dieser Phase fanden sehr viele interessierte und anregende Gespräche der Schüler untereinander sowie mit den YEPs und den beiden Lehrern David Spriewald und Anna Wein-Miller statt. Es wurden Raum und Zeit für Fragen und den Austausch von Meinungen und Ansichten gegeben – nachhaltige Erarbeitung und Reflexion der Themen in einem! Bestätigt wurde der Erfolg des ersten Projekttags bei der abschließenden Quiz-Rallye, bei der die Gruppe zeigte, dass sie den Gesprächen, Vorträgen und Arbeitsphasen sehr aufmerksam gefolgt war und diesen Workshop sowohl reflektieren als auch konstruktive Rückmeldung geben konnte. Zur „Belohnung“ gab es auf der Rückfahrt nach Ahrweiler in Bad Godesberg beim Haribo-Werksverkauf einen kurzen Stopp, der von allen Schülerinnen und Schülern freudig begrüßt wurde – ein sehr schöner Abschluss des gelungenen ersten Projekttags!  

Auch am zweiten Tag der internationalen Projekttage wurden die beiden Lerngruppen BVJ.S17a und BGYM.T17b wieder herzlich im Info-Punkt der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn begrüßt. Für den bevorstehenden Workshop hatte Herr Andreas Christ ein spannendes Programm vorbereitet, das die Brücke vom ersten Projekttag zum zweiten Tag schlug, der viele Informationen bot, aber auch zum gemeinsamen Austausch und Mitdenken einlud. Der Anschluss an die Thematik gelang sehr gut! Der zweite Projekttag in der Europäischen Kommission am Mittwoch, den 07.03.2018, stand ganz im Zeichen des Themas „Unser gemeinsamer Lebensraum - unser Europa der Zukunft“. Der inhaltliche Einstieg erfolgte durch Fragen, die zum Nachdenken anregten: Was macht die Arbeit der Europäischen Union aus? Welche Krisen galt es zu bewältigen?  Wie könnte sich die Arbeit der EU in Zukunft  verändern? Wäre bspw. eine europäische Hauptstadt denkbar oder ein gemeinsamer EU-Präsident?  Was kann die EU speziell für die jungen Bürger tun? Diese Leitfragen boten Anstoß für kritische Nachfragen und kontroverse Diskussionen, die den Vortrag im Dialog interessant und lebendig machten. Das große Fachwissen und die reflektierte Auseinandersetzung mit den Inhalten seitens der Schülerinnen und Schüler beeindruckten dabei auch den Workshop-Leiter.

euro 300 boIm zweiten Teil des Workshops konnte dann der Fantasie einmal freien Lauf gegeben werden. Es galt ein Worst-Case-Szenario zu inszenieren, die „European Horror Story“! Was müsste in Europa passieren, damit die gemeinsame Arbeit der EU komplett scheitert, was ist das Schlimmste, das der Europäischen Union passieren könnte? Für diese Aufgabe trafen sich die Schülerinnen und Schüler in internationalen Gruppen zusammen. Die Gespräche waren auch hier sehr tiefsinnig und die Gruppen nutzten den interkulturellen Austausch, um ihr bisheriges Wissen zu festigen und die Ideen aus den vorangegangenen Diskussionen weiterzudenken. Ein weiteres Mal war die Kreativität der Schülerinnen und Schüler gefragt, dieses Mal in eher apokalyptischer Hinsicht! Erst danach sollten Lösungsansätze für ein gelingendes Europa gesucht werden. Gesellschaftliche und politische Herausforderungen führten in Europa fast immer zu neuen Konzepten und Lösungen! Den Schülerinnen und Schülern wurde vor Augen geführt, dass es zwar seit fast 70 Jahren keine Kriege mehr in Europa gibt, der Kontinent aber des Öfteren haarscharf an europäischen und internationalen Konflikten vorbeigeschrammt war. Beispielhaft sei an dieser Stelle der Kalte Krieg, die Kuba-Krise und die Bankenkrise des noch jungen Jahrtausends genannt. Dennoch waren die Kommissare der Europäischen Union im Krisenmanagement zur Stelle! Auch für die überraschende und überwältigende Migration von Geflüchteten hatte die EU zunächst keine bzw. nur unzureichende Instrumentarien, hat aber dennoch daran gearbeitet und letztendlich Lösungen gefunden.
Es manifestierte sich im weiteren Verlauf des Workshops die wesentliche Erkenntnis bei den Schülerinnen und Schülern, dass diese Problemlösungen miteinander verhandelt werden mussten und immer Kompromisse gefunden werden mussten und auch gefunden wurden: Demokratie ist nicht leicht, Demokratie ist anstrengend! Und gerade Parteien wie die AfD versuchen, die Bürger durch Emotionalisierung zu manipulieren und demokratische Werte, wie es sie momentan gibt und wie sie momentan funktionieren, an den Pranger zu stellen. Sie appelliert an das Gefühl der Bürger, ohne aber Fakten oder Problemlösungen zu bieten.
euro 200 boDie Schülerinnen und Schüler gingen daher selbst auf Ideensuche, wie das Europa einer fiktiven Apokalypse und das Europa, das wir heute kennen und schätzen, wiederhergestellt, verbessert und weiterentwickelt werden kann. Das Augenmerk lag hierbei auf der (Weiter) -entwicklung, also dem Gegenteil von Ende und Stillstand! Für die Gruppe eine nachhaltige Erkenntnis, denn daraus entwickelten sich wiederum zahlreiche Ideen der Mitwirkung und Mitgestaltung „unseren“ Europas! Im Anschluss an die Vorstellung der unterschiedlichen „Horror-Storys“ gab es zum Abschluss der Veranstaltung die Gelegenheit, gemeinsam zu überlegen, was die Arbeit der EU in Zukunft leisten müsse, damit genau diese Szenarien nicht in Kraft treten? Besonders der Gedanke, was jeder Einzelne zum Zusammenleben im gemeinsamen Lebensmittelpunkt Europa beitragen kann, stand dabei im Vordergrund. Eine wesentliche Nachricht an die Schüler war, dass sie auf jeden Fall Positionen beziehen und ihre Meinungen deutlich machen sollen, diese aber immer (!) reflektieren und hinterfragen sowie Meinungen und Positionen nebeneinander stellen und vergleichen müssen!

Der dritte und letzte Projekttag begann mit einer Fahrt nach Bonn ins Medienzentrum der Bundeszentrale für politische Bildung. Zuvor wurde die Gruppe von den beiden Jugendoffizieren Herrn Kapitänsleutnant Moritz Brake und Herrn Hauptmann Elmar Lodwig in Empfang genommen. Sie begleiteten die Gruppe an diesem Tag. Die Schülerinnen und Schüler folgten einem kurzen Vortrag und einem Film, die das Konzept und die Arbeit des BPB erklärten. Der wesentliche Lernaspekt für die Lerngruppe war, dass die BPB ein objektiver und neutraler Berichterstatter ist, der von keiner Partei oder politischen Strömung beeinflusst wird. So wurden der Gruppe und insbesondere unseren internationalen Schülern die Besonderheit und der Stellenwert eines solchen medialen Organs bewusst, da es eine vergleichbare Institution in den meisten Herkunftsländern nicht gibt. Im Nachgang des Vortrags konnten die Schüler Fragen stellen und sich die Publikationen und das mediale Angebot des BPB in Ruhe ansehen. Besonders gefragt war die Handy-App des BPB sowie der sehr interessante, effektive und ebenso unkomplizierte Service, die aktuellen politischen Vorgänge und Entwicklungen jeden Morgen per WhatsApp-Nachricht empfangen zu können. Von diesem Service zeigten sich einige Schüler sehr begeistert! Im Anschluss daran ging die Fahrt mit dem Bus weiter zum Verteidigungsministerium! Für die meisten Schüler ein wirklich spannendes Ausflugsziel! Hier wurde zunächst im Offizierskasino Mittag gegessen, um danach gestärkt den Vorträgen der beiden Jugendoffiziere zu folgen. Sie gaben nach einem kurzen eigenen biographischen Einstieg einen Überblick auf die Weltereignisse und konnten aufgrund ihrer schon langjährigen Bundeswehrkarriere viele Eindrücke und persönliche Erlebnisse schildern. Unter anderem gingen sie auf die Fragen ein, was zurzeit auf der Welt geschieht, welche Zusammenhänge international bestehen, welche Verantwortung wir als Bürger der Bundesrepublik Deutschland tragen. Die Schüler zeigten sich sehr interessiert und konnten teilweise mit Detailfragen zur Bundeswehr und zu den unterschiedlichen Werdegängen überraschen! Des Weiteren wurden die Schüler darin sensibilisiert, zu hinterfragen, was Demokratie für den Einzelnen, die Gesellschaft und für die Repräsentanten in Politik und Wirtschaft bedeutet. Es entwickelte sich im weiteren Verlauf ein sehr interessantes und nachhaltiges sicherheitspolitisches Seminar, das immer wieder mit Zeitzeugen-Berichten der beiden Jugendoffiziere, beispielsweise über den Kampf gegen Piraten vor der Küste Somalias, spannende Impulse lieferte. Zuletzt hatten beide Offiziere noch persönliche, eindrückliche und authentische Botschaften an die Schülerinnen und Schüler: „Bleibt euch immer selber treu!“ und „Jeder Mensch hat im großen Ganzen eine Aufgabe, jeder dreht an einem kleinen Schräubchen!“

Bilder von den Projekttagen >>>

David Spriewald, Carolin Schmitz und Annie Wein-Miller

 

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