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„Grundschulkollegium“ verlässt BBS

25.06.2019

BBS verabschiedet zehn verdiente Kolleginnen und Kollegen

Bad Neuenahr. Tempus fugit. Frei übersetzt: Die Zeit vergeht. Will sagen: Auch für den engagiertesten Pädagogen kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem sich sein Wirken als Lehrer dem Ende zuneigt. Dass aber gleichzeitig eine zweistellige Zahl an Kolleginnen und Kollegen eine Schule verlässt ist dennoch eher die Ausnahme als die Regel. So geschehen am Ende dieses Schuljahres an der BBS des Landkreises.
„An einer Grundschule bilden 10 Pädagogen nicht selten ein ganzes Kollegium. Das lässt einen neutralen Beobachter erahnen, was es bedeutet, wenn so viele Kolleginnen und Kollegen uns auf einen Schlag verlassen. Etliche darunter sind sogar mehr als zwei Jahrzehnte fester Bestandteil des Schullebens“, so Schulleiterin Gundi Kontakis.

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von links:

Jürgen Stratmann, Herbert Kettel, Gerda Templin, Hildegard Frey, Harald Schoop, Annie Wein-Miller, Ulrich Deilmann, Gabi Weier, Ingeborg Metz und Reinhold Tiberius Curca.

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Beginnen wir mit Oberstudienrat Harald Schoop. Auf Grund seiner überdurchschnittlichen Fähigkeiten in Sachen Informatik/Netzwerkeinrichtung und -Betreuung galt er nachgerade unersetzbar, als, im Juli 2014, ein schwerer Unfall seinen beruflichen und privaten Träumen ein jähes Ende setzte. Der passionierte Mathematik- und Informatiklehrer war seit Sommer 2000 an der BBS aktiv und machte sich als Fachmann für Informatik und Systembetreuung an der BBS schnell unentbehrlich. Mit seiner Begeisterung und positiven Besessenheit für Naturwissenschaften im Allgemeinen und „seine“ Fächer im Besonderen war die Verbeamtung auf Lebenszeit wie auch seine Ernennung zum Oberstudienrat 2006 eine logische Konsequenz. Es war ein offenes Geheimnis, dass Schoop das „Zeug zu Höherem“ hatte, als ein Fahrradunfall alles änderte. Seit dieser Zeit nicht mehr im aktiven Dienst hat Schoop sich in einer Weise ins Leben zurückgekämpft, die seinem Wesen entspricht und seinen Kollegen, seinen Freunden und seiner Familie Respekt abnötigt. Zum Ende des aktuellen Schuljahres wird Schoop nun auch im Kreise seine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen offiziell verabschiedet.

Ulrich Deilmann wirkte seit Sommer 2013 an der BBS. Ausgebildet in den Fächern Englisch und Deutsch, war die englische Sprache seine Leidenschaft. Da wundert es nicht, dass er als Fachberater seine fachdidaktischen Kenntnisse auch an anderen Berufsschulen einbrachte. Auch an der BBS des Landkreises unterrichtete er vorzugsweise Englisch und war zuletzt in der Fachschule Erzieher, der Höheren Berufsfachschule Sozialassistenz und in kaufmännischen Berufsschulklassen eingesetzt. Von seinem hohen Anspruchsniveau profitierten zahlreiche Schülerinnen und Schüler. Mit erreichen der regulären Altersgrenze verabschiedet sich Deilmann nun in den Ruhestand.

Annie Wein-Miller unterrichtete seit 2014 an der BBS. Versteht man „Unterrichten“ jedoch im althergebrachten Sinn, dann greift dieses Verständnis angesichts der Wein-Miller‘schen Realität bei weitem zu kurz. Als Deutsch- und Französisch Lehrerin und fachbeauftragte Fachleiterin für das Fach Französisch im Studienseminar Neuwied war der standardisierte Unterricht im klassischen Sinne ihre Sache nicht. Sie dachte in größeren Kategorien und ließ sich dabei auch von vermeintlich organisatorischen, logistischen oder bürokratischen Grenzen nicht, oder nur bedingt, bremsen. Ihre ganze Erscheinung war Ausdruck ihrer frankophilen Intellektualität. Die Vermittlung der französischen Sprache war dabei kein Selbstzweck, sondern stand stets im Dienste der europäischen Idee und interkultureller Begegnung. Es war ihr ein Herzensanliegen, Schülerinnen und Schülern unvergessliche Erlebnisse zu ermöglichen, auf dass diese ihre Schulzeit in bleibender Erinnerung behalten mögen. Auch dank ihres Engagements konnte die BBS vielfältige Kontakte im europäischen Ausland knüpfen, internationale Gäste begrüßen und ihr Profil als Europaschule stärken. Daran anzuknüpfen wird Aufgabe ihrer Nachfolger sein.

Nach Stationen an der Erzbischöflichen Fachschule für Heilerziehungspfleger in Köln und am Berufskolleg in Zülpich-Füssenich, kam Gerda Templin im November 2001 als Vertretungslehrerin an die BBS und begann dort im August des Folgejahres ihr Referendariat. Nach erfolgreicher Prüfung trat sie im Februar 2004 eine Planstelle als Lehrkraft im Angestelltenverhältnis an.
Ihren Schülerinnen und Schülern begegnete sie von Anfang an mit viel Verständnis, Zuneigung und Herz. Vor allem das gemeinsame Kochen wird vielen „ihrer Lieben“ in lebhafter Erinnerung bleiben. Sie ließ sich auch von besonderen pädagogischen Herausforderungen nicht kirre machen, glaubte sie doch stets an das Gute im Menschen. Die Bezeichnung: „Gute Seele der Hauswirtschaft“ kann und muss vor diesem Hintergrund als Ehrentitel verstanden werden. Als ein sehr aufmerksamer und empathischer Mensch, gelang es ihr immer wieder aufs Neue die Herzen ihrer Schüler und Kollegen zu erwärmen. Mit regelmäßig kredenzten „Verwöhnhäppchen“, bereicherte sie das Schulleben nicht nur kulinarisch. Seit Februar diesen Jahres genießt sie ihren wohl verdienten Ruhestand.

Der ehemalige rumänische Basketball-Junioren-Nationalspieler Reinhold Tiberius Curca war und ist kein gewöhnlicher Pädagoge. Ob dies mit seinem besonderen Namen, seinem Geburtsdatum (29. Februar) oder seiner Flucht aus Rumänien zusammenhängt sei dahingestellt. Tatsache ist jedoch, dass sich der Montessori Experte auf Grund seiner ruhigen, ausgeglichenen, freundlichen und den Menschen zugewandten Art innerhalb kürzester Zeit großer Beliebtheit bei SchülerInnen und KollegInnen erfreute. Er unterrichtete die Fächer Sport und Pädagogik/Psychologie, schwerpunktmäßig in der Fachschule für Erzieher aber auch in diversen Berufsfachschulen. Er begegnete den Schülern partnerschaftlich, gleichsam auf Augenhöhe ohne sich ihnen anzubiedern. Er nahm sie an und ernst und verstand es sie auf diese Weise in hohem Maße zu motivieren. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich die von ihm geleitete Basketball AG schnell als ein fester Bestandteil des Schullebens etabliert hat. Dabei reichten seine Interessen weit über seine pädagogischen Fachgebiete hinaus. Literatur, Musik, Kunst, Sport, Reisen, Politik, wer wollte konnte sich mit Curca über all diese Themen unterhalten und sich sicher sein, danach mehr zu wissen als vorher. Dabei war er keineswegs der Typ der mit seiner Vita und seinen Kenntnissen hausieren ging. Er war und ist das Gegenteil von einem Schwätzer. Dem von Curca eingereichten Antrag auf , O-Ton Curca: „vorgezogene Zurruhesetzung“ wurde von Seiten der ADD, man möchte fast sagen leider, stattgegeben. Er wird fehlen.

Herbert Kettel darf man mit Fug und Recht als ein Urgestein der BBS bezeichnen. Seine Laufbahn an der größten Schule des Kreises begann bereits 1981, zunächst in der Form eines „nebenberuflich-befristeten“ Unterrichts seit 1991 dann mit voller Stelle als Studienrat.
Eingesetzt in den Fächern Katholische Religion, Wirtschaftslehre/Sozialkunde, Musik und man höre und staune, Fachrechnen, unterrichtete Kettel vorzugsweise in gewerblichen Berufsschulklassen.
Darüber hinaus engagierte sich Kettel auch im örtlichen Personalrat. 2003 wurde Kettel zur Örtlichen Vertrauensperson der schwerbehinderten Lehrerinnen und Lehrern an den berufsbildenden Schulen im Schulbezirk Koblenz gewählt. Vier Jahre nach seinem 25jährigen Dienstjubiläum wurde Kettel 2011 zum Oberstudienrat befördert. Anerkennung für sein Wirken an und für die Schüler und Kollegen der BBS. Mit Beginn der Altersteilzeit hat Herbert Kettel am 31.12.2018 seinen aktiven Dienst beendet und wird jetzt offiziell verabschiedet.

Jürgen Stratmann kam 1993 auf eigenen Wunsch aus Boppard an die BBS des Landkreises. Und unterrichtete seitdem die Fächer Sozialkunde/Wirtschaftslehre und Sport. Und obwohl es Kolleginnen und Kollegen gibt die länger an der BBS arbeiten als J. Stratmann, so kann man sich angesichts seiner ganz eigenen Präsens kaum vorstellen, dass er einmal nicht da war.
Stratmann wurde überwiegend in Berufsschulklassen eingesetzt, unterrichtete aber auch Berufsfachschulen. Vorrangiges Ziel seines Unterrichtes war es, die Schüler fit zu machen für den nächsten Test, die nächste Arbeit und, im Falle der Berufsschulklassen, vor allem für die jeweiligen Abschlussprüfungen. Er war immer bestens vorbereitet, betrieb seinen Beruf mit großer Ernsthaftigkeit und, wer je Schülermitschriften seiner Unterrichtsinhalte in Händen halten durfte, wusste: Der Mann versteht sein Handwerk, auch jenseits pädagogischer Moden.
Darüber hinaus war Stratmann lange Jahre Vorsitzender des Fördervereins und ein äußerst engagierter Personalrat. Er verstand sich nicht nur, aber sicher in erster Linie als Vertreter der Kolleginnen und Kollegen, die sich an der BBS, aus welchen Gründen auch immer, nicht so wohl fühlten. Er war ihr Sprachrohr und ihr Anwalt und nicht wenige vertreten die Ansicht: Ein Stratmann steht jeder Schule gut zu Gesicht.

Oberstudienrätin Ingeborg Metz war und ist ein liebenswerter Mensch. Stets freundlich, höflich, keine die das Rampenlicht sucht und doch weiß was sie will. Wer ihr als Schüler und/oder Kollege begegnete spürte ihre positive Ausstrahlung. Sie war gerne Lehrerin und Lamentieren nicht ihr Ding. Seit 1995 unterrichtete sie an der BBS, zunächst ihre angestammten Fächer: Ernährungslehre und Chemie. Dabei ruhte sie sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern blieb aufgrund zahlreicher Fortbildungen inhaltlich und methodisch-didaktisch stets auf der Höhe der Zeit. Mit den Jahren jedoch brach sich eine Leidenschaft Bahn, von der die BBS in hohem Maße profitierte: Die Kunst. Ihre eigenen künstlerischen Ambitionen, ihr Interesse an Künstlern und ihren Werken entwickelte sich zu einer beruflichen Passion. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren: Je länger sie beruflich aktiv war, desto lustvoller stürzte sie sich in ihren neuen beruflichen Schwerpunkt. Die Nähe zum Arp Museum erschien ihr Anspruch und Verpflichtung zugleich und so ließ sie sich Anfang des Jahrtausends berufsbegleitend zur Kunstpädagogin ausbilden. Von ihrer Leidenschaft profitierten seitdem zahlreiche Erzieher- und Höhere Berufsfachschulklassen. Die zahlreichen „Kunstausstellungen“ in den Schaukästen des Erdgeschosses geben ein eindrückliches Zeugnis von der kreativen Schaffenskraft ihrer Schülerinnen und Schüler.

Fast ein Viertel-Jahrhundert wirkte Oberstudienrätin Hildegard Frey an der BBS des Landkreises. Am 1. August 1994 auf eigenen Wunsch von der BBS Gerolstein an die BBS Ahrweiler versetzt, wurde sie bereits am 1. Dezember desselben Jahres zur Oberstudienrätin ernannt.
Pädagogin aus Leidenschaft und Berufung unterrichtete sie die Fächer Deutsch und Religion. Gerne Deutsch, das Fach Katholische Religion jedoch war ihr immer eine Herzensangelegenheit. Dies vermittelte sie ihren Schülerinnen und Schülern authentisch und glaubhaft. Sie versuchte all die Jahre in der ihr eigenen Art tausende von Schülerinnen und Schülern für die großen Fragen des Lebens zu sensibilisieren. Dabei ergaben sich nicht selten Erlebnisse und Gespräche, die über den schulischen Kosmos hinausreichten. Ihr Faible für das Medium Sprache, sie selbst schreibt Gedichte, kam ihr dabei stets zupass. Mit Hildegard Frey verlässt eine Pädagogin die Schule, wie es sie nur noch selten gibt. Aber wie lautet ein Zitat aus dem Buch der Prediger (Pred 3,14): „Ein Jegliches hat seine Zeit.“

Eine Antwort auf die Frage warum Gundi Kontakis heute Schulleiterin der BBS des Landkreises lautet möglicherweise: Gabi Weier. 1981 selbst erst ein halbes Jahr in Diensten der BBS übernahm sie die Mentorenschaft für eine neue Referendarin mit dem späteren Namen „Kontakis“ und half dieser über die Klippen der Lehrerinnenausbildung. Die Eigenschaften, welche Gabi Weyer schon damals auszeichneten, sollten ihren Ruf als leidenschaftliche Pädagogin die folgenden 38 (!) Jahre nachhaltig prägen. Hohe Fachkompetenz, überdurchschnittliches Engagement, ein hohes Berufsethos gepaart mit großer Empathie und einem außerordentlichen Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler: Eigenschaften, die nicht allen PädagogInnen zu eigen sind. Für die Sorgen und Nöte ihrer „Schützlinge“ hatte sie immer ein offenes Ohr. Sie sah den Menschen, nicht den Schüler. Wäre es üblich Fachbereiche an Schulen nach lokalen Lehrerpersönlichkeiten zu benennen, müsste der Fachbereich Erzieher unweigerlich ihren Namen tragen. Obwohl ausgebildete Ernährungswissenschaftlerin galt ihre Leidenschaft der Psychologie und Pädagogik. Sie prägte diesen Fachbereich weit mehr als zwei Jahrzehnte und setzte hier fachlich, pädagogisch aber auch menschlich Maßstäbe. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, setzte sie sich dafür unermüdlich ein. Und ließ auch nicht locker, wenn sich eine ihrer Ideen nicht adhoc verwirklichen ließ. Vor allem dieser Fähigkeit auch dicke Bretter zu bohren, verdankte die BBS unter anderem die erfolgreiche Etablierung der Höheren Berufsfachschule Sozialassistenz. Jetzt geht sie von Bord und hinterlässt große Fußstapfen. Vor allem für die Fachschule Erzieher beginnt eine neue Zeitrechnung.

10 Pädagogen, 10 LehrerInnen-Persönlichkeiten, die, jeder auf seine/ihre Weise, das schulische Leben an der BBS mitgestalteten und mitprägten.
Ein ganzes „Grundschulkollegium“ zieht sich aus dem aktiven Schuldienst zurück.

Die BBS sagt „Danke“ und kann sich dennoch einer zentralen Erkenntnis des Lebens nicht verschließen: Tempus fugit!

Michael Sauer-Beus für BBS Pressedienst

 

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3. Auflage, Februar 2019

 

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